Drei Sonntage im Jahr sind ganz besonders dem Gedenken an die Entschlafenen geweiht, so auch der erste Sonntag im November. An diesem Sonntag, dem 3. November 2019, trafen sich am frühen Nachmittag trotz des bewölkten Himmels einige wanderfreudige Kirchenmitglieder der Gemeinde Rutesheim zu einer kleinen Wanderung in der Umgebung von Heimsheim. Dies geschah nicht nur der netten Gesellschaft wegen, sondern auch mit dem Ziel, sich sozusagen als Nachlese zum Gottesdienst am Morgen mit den Entschlafenen zu verbinden, die hier einst gelebt haben.
Die 15 Erwachsenen und zwei Kinder pilgerten über die Feuerbacher Heide bis nach Perouse. Auf ihrer Strecke tangierten sie den Waldenserpfad, auf dem bereits im Jahr 1699 eine Schar von Waldensern nach Heimsheim gelaufen war, um dort eine neue Heimat zu finden. Gefunden haben sie diese schließlich im heutigen Perouse.
Der Wanderweg kreuzte auch die Römerstraße, die 90 n. Chr. gebaut wurde und von Cannstatt nach Pforzheim verlief. Hin und wieder erzählen Gedenktafeln an diesen Wegen von jenen geschichtsträchtigen Zeiten und erinnern an die Menschen, die damals gelebt und wohl so manches durchlitten haben.
Schließlich stieß die Gruppe auf den Heimsheimer Bibelweg, auf dem Bild- und Texttafeln von Begebenheiten aus der Bibel berichten und zum eigenen Reflektieren auffordern, so z. B. von der Verführung von Adam und Eva durch die Schlange und die damit verbundene Schuldfrage, von dem verlorenen Schaf, das wiedergefunden wurde; von Jonas, der gegen den Willen Gottes handelte und im Walfischbauch gelandet ist …
Zum Abschluss des aktiven Teiles der Rückbesinnung trafen sich die Wanderer noch mit denen, die weniger gut zu Fuß sind, zu einem gemütlichen Kaffeeplausch in der Rutesheimer Kirche.
hg