Bezirksvorsteher Evangelist Thomas Dittus besuchte an diesem Sonntag die Gemeinde Rutesheim und sagte bereits zu Beginn des Gottesdienstes, dass heute vier Gemeindehelfer/-innen für Rutesheim beauftragt würden - darunter auch der bisherige Priester Rüdiger Clauss - und Diakon Volker Servay in den wohl verdienten Ruhestand treten würde.
Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stand Apostel Paulus, der sich in seinem 1. Brief an die Römer als Apostel der Heiden vorstellte. Jesu selbst habe in das Leben des Paulus eingegriffen und bewirkt, dass dieser, der einst im Glauben, das Richtige zu tun, andere in die falsche Richtung gelenkt habe, von nun an alles anders machte. Seine neue Aufgabe beschrieb Paulus im vorgelesenen Predigtwort aus Römer 1; 5 wie folgt: „Durch ihn (Jesus Christus) haben wir empfangen Gnade und Apostelamt, den Gehorsam des Glaubens um seines Namens willen aufzurichten unter allen Heiden“.
In diesem Zusammenhang wies Evangelist Dittus auf die Apostolizität der Kirche hin, welche zwei Aspekte umfasse: Der erste Aspekt sei - bezeugt im Neuen Testament - das Wirken des Herrn und der ersten Apostel, welche das Evangelium von Tod, Auferstehung und Wiederkunft Jesu Christi gepredigt hätten. Der zweite, dass das Apostelamt auch heute noch bis zu Jesu Wiederkommen in diesem Sinne wirke und beauftragt sei, die drei Sakramente – das Heilige Abendmahl, die Heilige Taufe mit Wasser und dem Heiligen Geist - zu spenden.
Schließlich bat der Bezirksvorsteher Diakon Volker Servay zu einem letzten Mitwirken an den Altar.
Dieser stellte unter anderem fest, dass es ein Zeichen dafür sei, dass man alt geworden ist, wenn man in der Vergangenheit mehr Freude gehabt habe wie in der Zukunft. Da wir aber in der Zukunft Freude haben wollen, heißt es dran bleiben, auch wenn es manchmal im Leben anders komme als geplant. Hier sollten drei Faktoren mitschwingen, nämlich das Ziel, die Beharrlichkeit und das Vertrauen. Das Ziel, die Wiederkunft Christi, vor Augen zu haben, beharrlich zu bleiben, auch wenn es 1000 Gründe gäbe, aufzuhören, und auf den Himmlischen Vater und seinen Plan zu vertrauen.
Evangelist Dittus unterstrich diese Gedankengänge. Wer Gott vertraue, habe eine Zukunft. Und das Beste und Schönste läge noch vor uns, denn unser ewiges Leben fände in der Zukunft statt.
Danach erfolgte die offizielle Zuruhesetzung von Diakon Volker Servay im Auftrag des Bischofs und des Apostels. Der Bezirksvorsteher bedankte sich für die vergangenen 41 Jahre, die der Diakon als Amtsträger – insbesondere in der nun zu Rutesheim gehörenden Gemeinde Perouse - im Einsatz gewesen sei, davon 23 Jahre auch als Dirigent des Perouser Chores.
Der Gemeindevorsteher, Evangelist Markus Pflüger, überreichte dem Diakon i. R. zum Dank für all sein Wirken einen bunten Blumenstrauß mit einem Geschenk. Schon zuvor hatte er zum Ausdruck gebracht, dass Volker Servay ein legendärer Diakon gewesen sei, mit dem Herzen am rechten Fleck und immer gerade heraus.
Danach folgte Evangelist Thomas Dittus dem Wunsch von Priester Rüdiger Clauss, ihn aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen vom Priesteramt zu entbinden und bedankte sich auch bei ihm für seinen langjährigen Einsatz. Priester Clauss war 35 Jahre als Amtsträger tätig, davon 19 Jahre als Priester. In dieser Zeit wirkte er auch als Dirigent, Sonntagsschul- und Konfirmandenlehrer, sowie als Jugendleiter. In Zukunft wird er der Gemeinde Rutesheim auch weiterhin zur Verfügung stehen, nun in seiner Funktion als Gemeindehelfer.
Zu weiteren Gemeindehelfer/-innen wurden Sibylle Ehret, sowie Tamara und Markus Zeman beauftragt. Sie übernehmen kirchliche Aufgaben, zu denen nicht zwingend ein Amtsauftrag erforderlich ist, wie zum Beispiel die Begrüßung der Gottesdienstbesucher, das Vorbereiten des Altars und vieles mehr, und tragen somit sehr zur Entlastung der Amtsträger und Bereicherung in der Gemeindearbeit bei. (HG)