(10.07.2022) An diesem Sonntagmorgen vereinten sich zwei neuapostolische Kirchengemeinden in der von den Kindern liebevoll geschmückten Kirche in Rutesheim, um gemeinsam die Taufe von Lian und Laila aus Weissach und Teo aus Rutesheim zu feiern.
Diesem Gottesdienst lag das Predigtwort aus 1. Mose 3; 9 zugrunde „Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?“. Priester Joachim Clauss merkte an, dass dieses Wort im Rahmen des Sündenfalls von Adam und Eva sehr gut zu dem heutigen Ereignis passen würde. Entgegen Gottes Gebot hätten Adam und Eva eine Frucht von dem verbotenen Baum gegessen und sich nun wohl aus Scham vor Gott versteckt. Obwohl Gott sehr wohl gewusst habe, was die beiden getan hatten, und auch, wo sie sich befanden, rief er nach ihnen, da er sie immer noch liebte. Sie mussten zwar das Paradies verlassen, aber Gott sorgte sich weiterhin um sie und sandte schließlich seinen Sohn, damit der durch den Sündenfall entstandene Graben überbrückt werden konnte. Die Infolge des damaligen Sündenfalls auf der Menschheit lastende Erbsünde würde nun durch die Taufhandlung abgewaschen und den Kindern damit wieder ein direktes Näheverhältnis zu Gott ermöglicht. Priester Clauss unterstrich nochmals deutlich, dass wir Gott immer erleben dürfen, wenn wir auf ihn zukämen, so wie die Täuflinge heute in Begleitung ihrer Eltern.
Da ein Teil der Familien aus Ecuador in Südamerika und aus Südafrika stammt, wurden die Priester Michael Grimm und Jason Grobler gebeten, noch einige Worte in Spanisch und in Englisch an die Anwesenden und durch Übertragung Angeschlossenen zu richten.
Priester Grimm hob besonders hervor, dass eine Taufe ein großes Fest für die Kinder, für ihre Familien, ja für die ganze Gemeinde sei. Er fasste zusammen: Wie einst Adam und Eva frage Gott auch uns „Wo stehst du? Wie geht es dir?“ Er komme auch in unser Leben und wolle immer bei uns sein. Und wie sei nun unsere Antwort? Am besten wäre, wenn wir sagen könnten „Hier bin ich. Ich vertraue auf dich und möchte mein Leben so gestalten, dass ich immer bei dir sein kann.“
In seinem Mitwirken wies Priester Grobler insbesondere darauf hin, dass für Gott alles möglich sei. Ein Arzt sei darauf angewiesen, dass wir ihm sagen, wo etwas nicht in Ordnung ist. Auch Gott lege Wert darauf, dass wir in uns gehen, in den Spiegel sehen und uns selbstkritisch betrachten, dass wir ihm gegenüber schließlich unser Herz öffnen und ihm zeigen, was in uns nicht in Ordnung ist. Er möchte, dass wir aktive Christen sind. Gehen wir einen Schritt auf Gott zu, wird er uns zwei Schritte entgegenkommen.
Der Kinderchor leitete zusammen mit dem gemischten Chor mit der bekannten, jedoch speziell von Michael Grimm für eine Taufe angepassten Volksweise „Weißt du wieviel Sternlein stehen“ zur Taufhandlung über. Im zweiten Vers heißt es nun „Weißt du, dass dir Gott begegnet heut in dieser Morgenstund, dass er dich besonders segnet in der Heil´gen Taufe Bund?“
In seiner Ansprache verdeutlichte Priester Clauss nochmals, dass die Taufe der erste Schritt zur völligen Erlösung und zu einem Näheverhältnis zwischen Gott und den Täuflingen sei. Die Eltern hätten die Aufgabe, für die Täuflinge einzustehen, sie im christlichen Glauben zu erziehen und für sie die Verantwortung zu übernehmen bis sie alt genug seien, diese selbst zu tragen. Im Anschluss spendete er Lian, Laila und Teo das Sakrament der Heiligen Taufe.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls und dem Schlussgebet, sowie einem musikalischen Ausklang, versammelte sich die Festgemeinde noch zu einem Stehempfang im Foyer und auf dem sonnenüberfluteten Vorplatz der Kirche. (hg)