(17.09.2022) Nach 18-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit als Leiter der Kirchengemeinde trat Volker Nickel altershalber in den Ruhestand. Insgesamt hat er 47 Jahre als Seelsorger in Heimsheim mitgearbeitet. Es war ihm stets ein Anliegen, viele Gemeindemitglieder einzubinden nach seinem Motto „Jeder braucht ein Aufgäble“. Großen Wert legte er auf gute Kontakte zu den anderen christlichen Kirchen. Seine Frau Marion und die Familie unterstützte ihn dabei von ganzem Herzen. Auch Priester Axel Briese, eine starke Stütze in der Gemeinde mit großem Herz trat in den Ruhestand. Trotz seiner beruflichen Aufgaben fand er stets Zeit für Seelsorge. Viele Jahre war er Sonntagsschullehrer und auch er wurde von seiner Frau Elke und der Familie sehr unterstützt.
Apostel Loy verlas zur Predigt Markus 5,36: Jesus aber hörte nicht auf das, was da gesagt wurde, und sprach zu dem Vorsteher: Fürchte dich nicht, glaube nur!
Er beschrieb, wie der fromme Jude und Vorsteher der Synagoge, Jairus, in der biblischen Begebenheit in seiner Not vor Jesus kniet und um Hilfe bittet. Jesus geht mit ihm, nimmt sich auf diesem wichtigen Weg sogar noch Zeit für eine Frau, welche ihn berührt. Entgegen aller Widerstände hilft er und hört nicht darauf, was geredet wird. Diese Bild, so der Apostel, zeigt uns heute: "Jesus, der selbst ein Menschenschicksal durchlebt hat , geht mit dem Gläubigen mit". Er ermunterte zum Vertrauen in seine Kraft entgegen vieler „Influencer“ der heutigen Zeit. Durch das Wunder der Totenerweckung zeige Jesus auf die Macht seiner Auferstehung. „Fürchte dich nicht“ gibt dem Gläubigen Hoffnung auf seine eigene Auferstehung.
Evangelist Nickel bezeichnete den Zuspruch Jesu als Reichtum des Christen. Er verwies auf die Abschiedsreden Jesu in denen dieser zusagt: „Ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen“ und erläuterte, dass damit die Menschen gemeint sind, welche an Jesus glauben und ihn lieben.
Die Würdigung der Arbeit beider Ruheständler – wie eingangs beschrieben - wurde vom Leiter des Kirchenbezirks, Evangelist Thomas Dittus. vorgetragen. Ein Sängerensemble trug dazu das Stück „Kein Wörtlein geht verloren“ (Holger Hantke) vor. Apostel Loy dankte in seiner Ansprache den Beiden aufrichtig für die vielen Jahre, in denen sie ihr Ehrenamt von ganzem Herzen ausgeübt haben, für die vorbildliche Arbeit in der Seelsorge, die Geduld in vielerlei Hinsicht und das Engagement in der Ökumene. Er legte ihnen ausdrücklich Frieden ins Herz und entlastete sie von ihrem Amtsauftrag.
Priester Michael Bandtel dankte er für sein „Ja“ zum Ruf Gottes als Gemeindevorsteher. Er sagte, der Gemeindeleiter müsse nicht alles können, er müsse allerdings Entscheidungen treffen. Er beglückwünschte ihn zu seiner Gemeinde. Dann gab er ihm nochmals ganz persönlich die Zusage Jesu „Fürchte dich nicht“ mit auf den Weg und den Rat, stets gut für sich und seine Familie zu sorgen. Mit Gebet und Segen erfolgte die Beauftragung.
Zum Gottesdienst waren Vertreter aller christlichen Kirchen am Ort gekommen, die dann Grußworte an die Gemeinde richteten. Pastor Hartmut Hilke (Evangelisch-methodistische Kirche Leonberg u. Heimsheim und Vorsitzender des ACK Stuttgart) dankte für das offene Abendmahl im Gottesdienst, die Bibelabende und gemeinsamen Gottesdienste und wünschte eine gute Zeit im „Unruhestand“. Er gab noch die Herrnhuter Tageslosung mit auf den Weg: „So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld.“ (Kolosser 3,12) und meinte, dies könne ein gutes Rezept für den Umgang mit dem neuen Vorsteher sein. Herr Pastor Thomas Müller (Liebenzeller Gemeinschaft) war gekommen, ebenso Herr Gerhard Schöps (Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeinderats) welcher betonte, dass das Kreuz alle Christen vereine und dass insbesondere in den letzten 10 Jahren zu seiner Freude Vorurteile zwischen den Kirchen abgebaut wurden und dafür Verbundenheit entstanden sei. Er dankte Volker Nickel für alle Schritte, die er hierzu gegangen ist. Aus der Ökumenischen Erwachsenenbildung in Heimsheim waren Frau Dagmar Cuntz (Vertreterin evangelische Kirche) und Frau Therese Joachim (Vertreterin katholische Kirche) da. Sie lobten das unkomplizierte Engagement von Volker Nickel in der praktischen Vorbereitung der gemeinsamen Abende und seine Zuwendung.
Abschießend sangen Kinder und Jugendliche ein fetziges Lied. Somit war die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes eine Beteiligung vieler: Organist, Pianistin, Gemeindechor und Instrumentalisten trugen zur schönen Atmosphäre bei.
Anschließend waren alle Gottesdienstbesucher/innen zu einem Stehempfang eingeladen. (MS)