(20.11.2022) Der Segen zur Goldenen Hochzeit machte den Gottesdienst am 20. November zu einem ganz besonderen Festgottesdienst.
Zu Beginn seiner Predigt stellte der Vorsteher, Evangelist Markus Pflüger die Frage in den Raum: „Wie kann ich Gottesdienst erleben?“ und beantwortete sie mit dem Vers aus Hebräer 12; 1 „Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns umstrickt.“ Er führte an, den Ärzten in Krisengebieten werde vorgeschrieben, dass ihre Notfallrucksäcke nur 6,8 kg wiegen dürften, aber nicht, was sie mit sich führen sollten. So läge in gewisser Weise auch die Entscheidung, was ein Mensch in seinem "Rucksack" mit sich schleppt bei jedem einzelnen. "Wollen wir uns mit Gedanken an gestern belasten? Mit Sorgen an die Zukunft? Oder Gottvertrauen mit uns führen, das Wissen, dass wir von Gott geliebt werden, ihm alles anvertrauen dürfen und er uns immer hilft?" fragte er. Das Jubelpaar lebe dies seit 50 Jahren vor.. Schon ihr Lieblingslied „Welch ein Freund ist unser Jesus“ drücke aus, wie wichtig ihnen das Gebet sei, sowohl für eigene Belange als auch in der Fürbitte.
In seinem Predigtbeitrag hob Priester Roland Krebs, der das Paar schon sehr lange kennt, hervor, wieviel man in den gemeinsamen Jahren miteinander erlebt habe. Am Eindringlichsten seien die Situationen gewesen, in denen nichts anderes mehr möglich war als zu beten. Und die beiden seien sehr gute Beter. In diesen Zeiten durften sie erfahren, dass Gott immer eine Lösung habe. 50 gemeinsame Jahre würden auch bedeuten, dass man sein Schicksal jeweils in die Hand des anderen lege und hierdurch doppelt soviel Freude habe, aber nur die halbe Last.
Aus seiner ebenfalls Jahrzehnte langen Erfahrung mit den Eheleuten berichtete anschließend Priester Peter Höfer, wie wichtig ihnen Gottes Segen sei. Wie Segen wirke, sei oft ein Geheimnis, aber beide durften diesen Segen in diesen 50 Jahren, die sie gemeinsam durch Dick und Dünn gegangen seien, immer wieder erleben. Darum wollten sie Gott auch weiterhin in ihrem Bund haben. Er rief die Gemeinde dazu auf, stets auf Gottes Segen zu setzen, denn Gott würde immer so helfen, wie es für uns gut sei.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls wendete sich Evangelist Pflüger direkt an die Eheleute. Er hatte schon im Vorfeld von ihnen wissen wollen, was sie unabhängig von den jeweiligen Eigenschaften noch besonders im Anderen sehen würden und erhielt zur Antwort: „ein leuchtendes Vorbild“, „ein Geschenk“. Gegenseitiges Wertschätzen und Unterstützen seien die Elemente, die Menschen verbinden. Wie wertvoll, wenn man im Anderen ein Vorbild habe, dem man nachfolgen kann, und einen Wegbegleiter an der Seite. Der Segen habe keine Halbwertszeit und somit auch der Segen zu ihrer Hochzeit nach wie vor seine Wirkung. Erneut um den Segen zu bitten, sei jedoch auch eine Form der Dankbarkeit und Ausdruck des Vertrauens dem lieben Gott gegenüber.
Mit dem Lied „Meine Seele ist stille in dir“ von Klaus Heizmann leitete ein Sängerinnentrio mit Klavierbegleitung auf die eigentliche Segenshandlung hin. Als persönliches Bibelwort gab Evangelist Pflüger dem Jubelpaar das Versprechen Gottes aus Matthäus 28; 20 mit auf den Weg: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis an der Welt Ende“. (hg)