(14.05.2025) Es ist Mittwoch abend und die Kirche in Stuttgart-Süd füllt sich mit Menschen aus dem ganzen Kirchenbezirk, die miteinander Gottesdienst feiern wollen. Ein Streicherensemble stimmt darauf ein. Der Chor aus SängerInnen des Kirchenbezirks unter der Leitung von Christoph Schweizer singt „Alles Leben strömt aus dir (Jesus) – und in Strophe zwei: Dass ich fühle was ich bin“.
Apostel Jürgen Loy nimmt diesen Gedanken in seiner Predigt über Matthäus 13,33: „Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war“ auf. Gelegentlich komme man im Leben aufgrund vieler Widrigkeiten ins Schwimmen, sagt er. Dann sei eine Begegnung mit Gott unter der Woche die Chance, wieder zu fühlen, was die eigene Person ausmacht.
Das im Bibelwort verlesene Gleichnis Jesu sei das kürzeste seiner Art, so der Apostel. Aus etwas Kleinem wird etwas ganz Großes. Jesus beschreibe einerseits hier sich selbst: das unscheinbare Kind wird durch Tod und Auferstehung zum Urquell des Heils. Andererseits sei es ein Bild für die Kirche: aus einer kleinen Gemeinde entsteht Kirche bis zum heutigen Tag.
Die erforderliche Ruhezeit von Sauerteig sei bildlich übertragbar auf die Tatsache, dass Gott allen Menschen helfen wolle. Aus kleinen Anfängen entstehe mit der Zeit das Heil für alle Menschen.
Das Triebmittel im bildlichen Sinn sei die Liebe aus dem Heiligen Geist, wodurch der Gläubige auch fähig wird, die Worte von Petrus umzusetzen: „Segnet den, der euch schlechtes tut“ und sich so in Gemeinde und Welt nach christlicher Art einmischt und dann auch fühlt, was er selbst ist.
Dann waren von Chor und Streicherensemble noch weiter Stücke sowie ein Predigtbeitrag von Bischof Matthias Grauer zu hören, bevor die große Gemeinde noch gemeinsam Heiliges Abendmahl feierte und sich dann viele freudige Glaubensgeschwister wieder voneinander verabschiedeten. (MS/Fotos: HF)