„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!“ Dieses markante Bibelwort aus Psalm 24,7 legte Apostel Jürgen Loy einem besonderen Gottesdienst in Weilimdorf am 10. Dezember 2025 zugrunde.
Apostel Loy verdeutlichte: Der Psalm spricht vom Tempel. „Auch heute will Christus Einzug halten, doch manchmal fällt es uns schwer, die Tür aufzumachen, weil es so viele schlechte Nachrichten gibt.“ Der Apostel betonte die Hoffnung, die mit dem Psalmwort verbunden ist: „Der Herr, der uns erwählt hat, der für uns gestritten hat, der zieht ein – und wir mit ihm. Er ist stark und mächtig.“
Er sehe darin einen Auftrag, nicht nur auf den Tempel bezogen: „Dies ist ein Aufruf, das Evangelium in die Welt hinauszutragen.“ Und weiter: „Eine Tür wird auch die Tür am Ende unseres Lebens sein. Diese Tür ist für uns in vielerlei Hinsicht verschlossen, aber wir wissen: Dahinter ist Gottes Erbarmen.“ Mit einem Bild zeigte Apostel Loy, wie Jesus bei jedem anklopft, so wie bei Zachäus: „Er kehrt ein und eröffnet einen Hoffnungsraum.“
Priester Achim Wolf spannte in seinem Predigtbeitrag den Bogen zu seinen persönlichen Erfahrungen: „Wie viele Gebete durfte ich erleben... Dafür bin ich dankbar.“ Mit Blick auf das Öffnen der Türen meinte er augenzwinkernd: „Wir wollen die Tür richtig weit aufmachen, so dass nicht nur ein Einspänner durchpasst, sondern – entschuldigt den Vergleich – ein Showtruck von Coca Cola.“ Er ermutigte: „Vielleicht muss man bei sich auch noch ausmisten, bevor Jesus eintreten kann.“
Ordination zur Diakonin
Im Gottesdienst des Apostels fand zudem auch die Ordination von Melanie Schlerf zur Diakonin statt. Apostel Loy wandte sich in der Ordination direkt an Melanie Schlerf: „Der Katechismus sagt, das Amt ist eine Gabe Gottes. Du bist eine Gabe Gottes.“ Mit der Ordination empfange sie „Vollmacht zur Wortverkündigung“ und „die Segnung aus dem Heiligen Geist“. Die Einsetzung erfolgte im Bewusstsein: „Wir machen uns nicht klein, Gott macht uns groß.“
Verabschiedung von Achim Wolf aus dem aktiven Dienst
Nach vielen Jahren im Dienst als Vorsteher in den Gemeinden Feuerbach und zuletzt Weilimdorf, die seit Anfang 2025 eine gemeinsame Gemeinde bilden, wurde Achim Wolf in diesem Gottesdienst in den Ruhestand verabschiedet. Die Wertschätzung seiner Arbeit wurde von vielen in Achim Wolfs Umfeld zum Ausdruck gebracht und von Apostel Jürgen Loy zusammengefasst: „Trotz Kirchenbezirksgrenzen zwischen Weilimdorf und Feuerbach gab es im Herzen von Achim Wolf keine Grenzen. Der liebevolle, umgangssprachliche Name „FeuerimDorf“ der zusammengelegten Gemeinde beschreibe sein Engagement: Auch im Herzen von Achim Wolf brennt ein Feuer, es war niemals ein Dienst aus Pflichterfüllung“, so der Apostel.
Auch Mitglieder der Ökumene sprachen Dank und Anerkennung an Achim Wolf aus. Pfarrer Jens Keil und Pfarrerin Valerie Sebert (beide Ev. Kirche Feuerbach) sowie die Vertreterin der katholischen Kirche, Pastoralreferentin Julia Matheis, waren der Einladung zur persönlichen Verabschiedung gefolgt. Pfarrer Jens Keil unterstrich in seinem Grußwort die grenzenlose, ja feurige Herzlichkeit Achim Wolfs. Mit Gitarre (Jens Keil) und Saxophon (Valerie Sebert) wurde ein gemeinsames Lied zur Verabschiedung angestimmt.
Im Namen der Gemeinde Feuerbach dankten Melanie Schlerf und Hans Kientzle dem scheidenden Priester: „19 Jahre hast du uns begleitet – du warst da, Freude zu teilen, aber hast auch Lasten mitgetragen. Es war nie Pflicht, sondern Hingabe.“ Im Anschluss übergaben sie ein Geschenk als Zeichen des Dankes.
Der Gottesdienst endete mit einem geselligen Empfang bei Sekt und Glühwein im Foyer. (JH)