(24.07.2022) Für die Feier des Gottesdienstes am Sonntagmorgen in Hemmingen verlas Apostel Jürgen Loy ein Bibelwort aus 1. Korinther 12, 12-13 „Denn wie der Leib einer ist und hat doch viele Glieder, alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind: so auch Christus. Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt“.
Er ging zunächst auf die Situation von Apostel Paulus ein, der dieser von ihm selbst gegründeten Gemeinde keinen „Coach“ sandte, sondern ein Bild vom menschlichen Leib schrieb. Damit zeigte er der Gemeinde: trotz der 613 Gesetze der Juden und dem einen Gebot der Doppelliebe der Christen, der Sklaven und Griechen in der damaligen Gemeinde, es gibt keinen Unterschied im Leib Christi. Alles spielt ineinander und das Haupt ist Jesus Christus. Apostel Loy wies darauf hin, dass wir in den heutigen Gemeinden und in der Kirche Christi verschiedenste Arten haben, den Glauben zu leben. Es gehe nicht um Uniformität, sondern darum, geeint zu sein in der Taufe, durch die jeder ein Stück der neuen Kreatur aus Jesus Christus in sich trage. Der Heilige Geist spreche die Sprache jedes Menschen und trage zur Einigkeit bei.
Evangelist Reinhold Moll wurde noch um einen letzten Predigtbeitrag vor seiner Ruhesetzung gebeten. Er zeigte, dass der Mensch dort gerne hingeht wo er sich geliebt führt und gab den Impuls, Menschen aus Gedankenschubladen herauszulassen. Als Teilhaber am Leib Christi sei der Gläubige befähigt immer wieder neu dem Nächsten mit Liebe zu begegnen, damit alle Glieder des Leibes einer Zukunft bei Gott entgegengehen.
Priester Tobias Riedel sprach davon, dass Jesus den Menschen immer Brücken zueinander gebaut hat und wies darauf hin, dies sei in der Gemeinde auch möglich um gemeinsam dem Wesen Jesu ähnlicher zu werden.
Nach der gemeinsamen Abendmahlsfeier versetzte Apostel Loy vier Seelsorger in den Ruhestand:
Priester Jürgen Eberling war 36 Jahre als Seelsorger in Hemmingen, davon 1994 bis 1998 auch in Weissach tätig. Er erfüllte seine Aufgabe gewissenhaft, war Sonntagsschullehrer und eine große Unterstützung für den Vorsteher.
Priester Dieter Gechter hat oft Bilder und Glaubenserlebnisse in seine Predigt eingebaut. 20 Jahre war er Konfirmandenlehrer, hat viele Aufgaben, so auch den Monatsbrief, in der Gemeinde übernommen.
Diakon Andreas Mörk war einige Jahre in Leonberg, danach in Weissach tätig. 20 Jahre war er Sonntagsschullehrer, teilweise auch Religions- und Konfirmandenlehrer. Außerdem führte er das Kirchenbuch.
Evangelist Reinhold Moll - 38 Jahre Seelsorger - war zunächst acht Jahre Gemeindevorsteher in Ditzingen-Hirschlanden und hatte hier auch die Aufgabe, den Prozess einer Gemeindezusammenführung mit Ditzingen zu begleiten. Danach war er 13 Jahre als Vorsteher für die Gemeinde Hemmingen beauftragt. Ihn zeichneten eine gute Zusammenarbeit mit der Bezirksleitung und eine freudige Ausstrahlung, sowie praxisnahe Predigten aus. Er sorgte in bescheidener und liebevoller Art für jeden in der Gemeinde und engagierte sich in der Ökumene am Ort.
Apostel Loy danke ganz herzlich für allen Dienst und für die Mühe, sich mit den vorhandenen Gaben in die übertragenen Aufgaben einzuarbeiten. Er wünschte, dass der Dank aus der Gemeinde für die Seelsorger spürbar werde und er dankte sehr herzlich auch allen Ehefrauen und Familien für die Unterstützung der jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeit.
An Priester Tobias Riedel gewandt sagte der Apostel: „Gott hat Gaben gesehen und ruft nun in die Aufgabe“. Er gab ihm ein Bild aus dem Markusevangelium (Markus 5,22): Dort kommt der Vorsteher einer Synagoge zu Jesus und bittet um Hilfe. Und Jesus ging mit ihm. „Jesus nahm sich Zeit für persönliche Seelsorge und so mag er auch heute mit dir sein“, so der Apostel und gab dann noch den Rat: „Der Vorsteher ist nicht der Alleskönner und Allesmacher, sondern er bindet alle ein“. Mit Gebet erfolgte dann die Beauftragung zum Gemeindevorsteher.
Chor, Instrumentalensemble und Organist gestalteten diesen Gottesdienst musikalisch. Die Gemeinde Weissach war vor Ort eingeladen und andere Gemeinde im Strohgäu feierten per Videoübertragung mit. (MS)