(09.07.2017) „Wohl mir dass ich Jesum habe“ (BWV 147), eröffneten Chor und Organist den Gottesdienst. Zur Predigt wurde Matthäus 5, 39-41: „Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.“ verlesen und Hirte Ralf Dürholz stellte die Frage, wie denn dieses Bibelwort zu einer Silberhochzeit passe?
Er zeigte, dass zur Zeit der Juden der Schlag auf die Wange eine Zeichen der großen Verachtung und als Straftat mit hoher Geldbuße geahndet wurde. Vergeltung mit Gleichem schafft immer Druck, gleichwohl lehrt das Evangelium sich nicht alles gefallen zu lassen. Von Jesus wird berichtet, dass er einmal „durch eine sehr aufgebrachte Menge (also Menschen die sich damals sehr über ihn ärgerten) schritt“. Er blieb selbstbestimmt und ließ den Ärger den Menschen verpuffen. Im Bibelwort aus der Bergpredigt lehrt Jesus: Mach die Sache nicht noch schlimmer als sie ist, vergelte nicht mit Gegendruck sondern finde Mittel der Liebe, lass auch mal etwas stehen, was ungerade ist. Eine Haltung, die sehr gut auch zu einer Ehe passt.
Das Bild des Mitgehens in damaliger Zeit hieß: wenn eine Person durchs das Land ging genoss sie den Schutz des Landbesitzers. Er sorgte für Sicherheit u. übernahm Verantwortung für den Besucher. „Gegenseitig Schutz bieten und Verantwortung übernehmen, auch dies ein gutes Rezept für ein langjähriges Paar“, so Ralf Dürholz.
„Brich dem Hungrigen dein Brot“ (Jens Paulus) sang der Kammerchor zur Abendmahlsfeier und die Vertonung „Herr du hast mein Flehn vernommen“ von Franz Schubert stimmte auf den Segen zum Ehejubiläum ein.
Das Bibelwort aus Sprüche 10,22 „Der Segen des HERRN allein macht reich, und nichts tut eigene Mühe hinzu“ erhielten die Eheleute Anja und Michael Jäger zu ihrem Fest. „ Jeder bringt sich ein, tut viel für die Ehe, für die Gemeinde, für andere, und dann ist es Gottes Segen, der alles trägt“ fasste Hirte Dürholz zusammen und wünschte, dieser Segen möge wie ein Rückenwind in die Zukunft tragen.
Mit einem Sopransolo und Orgel und weiterem Chorvortrag des Kammerchors Stuttgart und Sängern aus Ditzingen klang der festlich gestaltete Gottesdienst für die musikalisch sehr aktiven Eheleute aus. (MS)