Das Jahr 2020 fing mit viel Schwung, Freude und Zuversicht für die Gemeindemitglieder der neuapostolischen Kirche in Ditzingen an. Schnell standen viele Termine für Gemeindeaktivitäten, die Vorfreude war zu spüren und ohne große Unterbrechung durch den Jahreswechsel konnte die Fahrt aufgenommen werden. Apostel Loy hatte seinen Besuch angesagt, die Teilnahme am Ditzinger Lebenslauf war beschlossene Sache, alle Seniorenausflüge und gemeinsame Treffen geplant, ein großes Kinderprogramm entwickelt, die Jugendgruppe freute sich auf ein umfangreiches Programm, Nachwuchs für zwei Elternpaare war in Sicht, Taufen und Gemeindefeiern konnten kommen.
Und dann geschah etwas völlig Unerwartetes, noch nie dagewesenes, ein Ereignis, das bis heute die ganze Welt in Atem hält. Covid-19, ein bis dahin unbekanntes Virus, trat seine Verbreitung über den ganzen Erdball an. Wir hatten im Januar schon etwas gehört. Ganz weit weg von uns gab es auf einmal Fälle von Lungenentzündungen und als Ursache wurde dieses unbekannte, neuartige Coronavirus identifiziert.
Ganz weit weg von uns und trotzdem war es plötzlich da. Am 11.März 2020 wurde der Krankheitsausbruch offiziell zu Pandemie erklärt.
Das öffentliche Leben, soziale Kontakte, selbstverständliche gesellschaftliche Freiheiten und so viele Annehmlichkeiten mussten nun mit Nachdruck herunter gebremst werden. Es traf jeden Menschen, ausnahmslos - also auch uns – die Gemeinde Ditzingen. Die schwungvolle Fahrt der Gemeinde durch das Jahr stand plötzlich still. Nichts geht mehr!
Ist eine Gemeinde noch eine Gemeinde, wenn sie sich nicht mehr sieht?
Ja, sie ist es!
Als besonderes Markenzeichen steht hierfür „….ich vergesse Dich nicht.“
Das Foto von der Postkarte, die Apostel Jürgen Loy den Kindern seines Arbeitsbereiches geschickt hat, soll symbolisch für alle Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, für alle Gebete, für jedes Telefonat und für jede Unterstützung dienen.
Der Vorsteher der Gemeinde Ditzingen Peter Decker sagte am Sonntag den 07.Juni vor versammelter Gemeinde im Gebet, dass wir unserm Himmlischen Vater nun sehr dankbar seien, nach „gefühlter halber Ewigkeit“ mit einem Neustart den ersten Gottesdienst wieder feiern zu dürfen. Die Wochen ohne Gottesdienst in der Gemeinde waren schon sehr lang. Dankbar sind wir für alle Videogottesdienste, die aus der Kirche Karlsruhe Mitte übertragen wurden. Dem Bezirksapostel, den dienenden Brüdern, den Geschwistern, die mit musikalischen Beiträgen die Gottesdienste wunderschön umrahmt haben, den Bild- und Tontechnikern für ihre professionelle Arbeit, den Geschwistern der Gemeinde Karlsruhe Mitte, die ihre Zeit für uns alle eingesetzt haben.
Jesus Christus fragte seine Apostel:“ Als ich euch ausgesandt habe, ohne Geldbeutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr da je Mangel gehabt? Sie – die Apostel – sprachen: Niemals. (Lukas 22, 35)
Objektiv betrachtet, ist das auch heute genau so zu bemerken. Niemals haben wir Mangel gehabt, trotz aller Einschränkungen und Sorgen.
Als Bibelwort diente am Sonntag der letzte Vers aus dem 2. Brief des Apostel Paulus an die Korinther. Es heißt dort: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Es beschreibt die Gnade, die Liebe und die Gemeinschaft des dreieinigen Gottes für und mit uns Menschen. Evangelist Decker zeichnete das Bild der Dreieinigkeit am Beispiel eines dreiblättrigen Kleeblattes.
26 Gottesdienstbesucher hatten die Gelegenheit, den Neustart mit aller Vorsicht unter Einhaltung der für die Gemeinde gültigen Sicherheitsregel zu genießen. Steffen Moll und Diakon Christoph Schweizer bereiteten einen musikalischen Rahmen, der die Stimmung erhellte, Freude schaffte und Zeichen für die Zukunft setzte.
Nun wird in der nächsten Zeit die Vorsicht für sich selbst und die Rücksicht auf unsere Nächsten das Gemeindeleben bestimmen. Niemand soll dabei vergessen werden und wir vergessen bitte nicht, dass die Pandemie noch nicht vorüber ist. (TM)