(08.01.2025) Zum Einstieg auf die Frage, was Epiphanias heute den Gläubigen zu sagen hat,erläuterte Apostel Jürgen Loy, dass das Johannesevangelium vom Wort, welches ganz am Anfang der Schöpfung war, nicht von Bethlehem berichtet. Diakonin Tanja Schulz übernahm die Bibellesung dazu. Durch Jesus Christus sei der eigentlich unsichtbare Gott, durch das Wort Gottes sichtbar geworden, weshalb Epiphanias auch ein Fest des Staunens über die Schöpfung Gottes sei, sagte der Apostel. Als Predigtgrundlage verlas er Johannes Johannes 1, 9: „Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen“.
Jesus Christus als wahres Licht gebe dem Menschsein einen Sinn, sagte der Apostel. Die Weisen aus dem Morgenland (vgl. Matthäus), Heiden, hätten sich leiten lassen vom Licht, da sie wohl eine zutiefst menschliche, innere Sehnsucht verspürten nach dem Ort, wo alles Leben herkommt. Er regte an darüber nachzudenken: „Welchem Licht folge ich und was bedeutet es mir? Er gab den Impuls. „Weise ist, wer sich aufmacht, hin zu Jesus Christus“. Gott werde dafür sorgen, dass alle Menschen vom Licht aus Jesus Christus erfahren, sagte er. Jesus Christus helfe uns, uns selbst zu erkennen und dem Nächsten aus diesem Licht Ermutigung und Gutes zu schenken.
Evangelist Harald Schwarz wurde nochmals um einen Predigtbeitrag gebeten. Er dankte allen, die den Weg in der Gemeinde mit ihm gegangen sind und betonte, dass er die Aufgabe nur erfüllen konnte, weil erJesus Christus als zentrale Lichtquelle erlebt habe. Er wünschte allen für die Zukunft, dass sie auch im Fall von Sorgen und Bedrängnissen durch die Nähe zum Licht aus Jesus Christus Zuversicht und Sicherheit spüren.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls verlas Thomas Dittus, Leiter des Kirchenbezirks, eine Würdigung der Arbeit von Harald Schwarz. Auszüge daraus: „Seit 45 Jahren ist er im kirchlichen Ehrenamt tätig, davon 23 Jahre als Vorsteher in Gerlingen. Geprägt von einem unerschütterlichen Glauben leitete er die Gemeinde. Er ist kein Freund der vielen Worte, dafür der richtigen und wichtigen Worte. Seine Predigten waren lebensnah, Seelsorge war selbstverständlich. In der Gemeinde gab es immer ein konstruktives Miteinander. Die enge Kooperation mit der neuapostolischen Gemeinde Ditzingen war vom Gedanken getragen, sich gegenzeitig zu unterstützen. Mit seiner Frau hat er Spuren der Nächstenliebe hinterlassen und beide sind ein Vorbild im Glauben, Gottvertrauen und in der Treue.“
Ganz herzlich dankte Apostel Loy dann Evangelist Schwarz für die vielen Jahre Arbeit in Gerlingen, die er vorbildlich moderierend und unaufgeregt ausführte. Er dankte für die vielen Gottesdienste, die Seelsorge, Gebete und die Nächstenliebe. Er erwähnte, dass Harald Schwarz in den 80iger Jahren serbokroatisch lernte und in dieser Sprache noch weiter in Kroatien und Mazedonien den Gläubigen dienen wird. Dann entband er ihn von seiner Aufgabe als Amtsträger im Apostelbereich Stuttgart und Vorsteher der Gemeinde Gerlingen und wünschte ihm und seiner Frau den Frieden und Segen aus Jesus Christus.
Dem neuen Vorsteher, Priester Thomas Seiffert dankte er für das „Ja“ zur Aufgabe. Er dankte ihm für seinen Glauben. Er betonte, dass ein Vorsteher nicht der Allesmacher sein kann und muss, sondern einen schönen Kreis an Mitarbeitern hat. Er wünschte der Gemeinde weiterhin gutes Miteinander, in welchem das Licht aus Jesus Christus erlebbar ist und beauftragte ihn mit Gebet und Segen als Vorsteher.
Der Gemeindechor, verstärkt durch Sängerinnen und Sänger aus den eingeladenen Gemeinden Ditzingen, Leonberg und Höfingen, ein Solist und die Organistin gestalteten den Gottesdienst musikalisch.
Im Anschluss wandte sich Bürgermeister Dirk Oestringer noch mit einem Grußwort an die Gemeinde. Er erwähnte die 100-jährige Tradition der Gemeinde in Gerlingen und bezeichnete sie als einen Bestandteil der Stadtgesellschaft. Er nahm Bezug auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Stadt beim Begegnungscafe des Freundeskreises Asyl, der Organisation von Blutspenden, bei der Oper Carmen und Zusammenarbeit der Chöre in der Stadt zum Neujahrsempfang. Er bezeichnete es als sehr bemerkenswert, dass die Arbeit mehr als zwei Jahrzehnte von Harald Schwarz ehrenamtlich durchgeführt wurde. Die Zusammenarbeit mit der Stadt empfand er als vertrauensvoll und angenehm und dankte für die bereichernde Arbeit und Begleitung der Menschen. Thomas Seiffert wünschte er gutes Gelingen für die Fortführung der erfolgreichen Gemeindearbeit.
Pfarrerin Carina Beck richtete noch das Wort an die Gemeinde. Sie sagte, in Gerlingen, so habe sie gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit in der Stadt gehört, werde schon länger Ökumene gelebt. Ökumene sei Arbeit, man müsse zuhören können. Dazu brauche es Menschen, die dies gut anleiten und Lust haben, aufeinander zuzugehen, die dieses Licht Gottes in sich tragen. Harald Schwarz sei so ein Mensch, sagt sie und dankte im Namen der evangelischen Kirchengemeinde und der Ökumene. An Thomas Seiffert gewandt sagte sie, die“ Ökumenewolke“ schwebe aus den Kirchen rund um den Friedhof über und in der Stadt und wünschte weiter gutes gemeinsames Vorankommen.
Beim anschließenden Sektempfang wurden noch viele Gedanken ausgetauscht. (MS)