(17.09.2025) Mit Apostel Jürgen Loy feierte in Stuttgart-Heslach auch die Gemeinde Stuttgart-Süd und viele Weggefährten von Hirte Jürgen Berger sowie Gäste aus anderen Kirchen am Ort und der Stadt, Gottesdienst. Der gemeinsame Chor aus beiden Gemeinden, Organist und Pianist sorgten für eine ansprechende musikalische Gestaltung. Als Predigtgrundlage diente 1. Petrus 2, 5: „Und auch ihr als lebendige Steine erbaut euch zum geistlichen Hause und zur heiligen Priester-schaft, zu opfern geistliche Opfer, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus“
Dazu führte Apostel Loy aus, dass das verlesene Bibelwort ein interessantes Bild zum Miteinander in der Gemeinde beschreibt. Dies bedeute, hier mauere nicht der Gemeindevorsteher Stein auf Stein, sondern jedes Gemeindemitglied sei ein „lebendiger Stein“ – einzigartig, von Gottes Geist erfüllt. Jeder finde in diesem Gemeindegefüge seinen Platz. Es sei der Heilige Geist, der die Unterschiedlichen zu der Gemeinschaft der Glaubenden forme. In den Auftrag der „heiligen Priesterschaft“, das Evangelium Jesu Christi zu bekennen seien alle mit hineingenommen. Er zeigte weiter, dass der Petrusbrief ein Wort aus Jesaja (Jesaja 28,16) aufgreift. Jesus Christus als der Eckstein sei es, der dem geistlichen Haus Richtung, Halt und Maß gibt.
Mit „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ (J.S.Bach) leitete der Chor über zum Predigtbeitrag von Hirte Berger. Er sprache davon, dass die Gläubigen eben nicht Zuschauer beim Bau der Gemeinde blieben, sondern Teil des geistlichen Gebäudes werden. Letztendlich sei das Evangelium Jesu Christi das Gebäude und es sei doch stark, ein Teil dieses Gebäudes zu sein. Wenn jemand Zweifel habe, ob er da wirklich gefragt sei, so möge man bedenken, wie Jesus Christus besonders all jene angesprochen habe, die von den Menschen weniger gesehen wurden. „Das nehmen wir persönlich“ schloss er und und wünschte alle Gläubigen, Freude daran zu haben.
Auch Priester Simon Hupfeld, der neue Gemeindevorsteher, wurde um einen Predigtbeitrag gebeten. Er zeigte, dass lebendige Steine für den modernen Menschen schon ein Widerspruch in den Worten seieni. Bei Gott aber sei dies möglich. Lebendigkeit sei hier nicht als Aktionismus zu verstehen, sondern der Glaube und die Liebe im Menschen seien hier gemeint und daraus entstehe die Aktion. Das bauen am geistlichen Haus sei nicht feilen an einem Denkmal, sondern Weiterentwicklung, wozu alle eingeladen seien.
Nach der Abendmahlsfeier verlas Bezirksvorsteher Thomas Dittus eine Würdigung für Hirte Berger. Einige Auszüge daraus:
"Seit 2003 wirkte Jürgen in der Gemeinde Heslach als Vorsteher – mit Herz und Verstand als „guter Hirte“. Er ist ein achtsamer Seelsorger, den Glaubensgeschwistern zugewandt und zuhörend. Es ist ihm ein großes Anliegen, eine angstfreie, vertrauensvolle Beziehung zu Gott zu fördern und zu vermitteln. Obwohl Jürgen Berger jemand ist, der in großen Linien und Zusammenhängen denkt, ist es für ihn wesentlich, das Thema eines Gottesdienstes auf den Kern zu konzentrieren, für alle verständlich zu machen und einen Alltagsbezug herzustellen. Im Kreis der Geistlichen haben wir ihn als einen Teamplayer erlebt, der auf die unterschiedlichen Charaktere mit Herz und Weisheit eingeht."
Apostel Jürgen Loy sagte in der Ansprache zur Ruhesetzung, es sei ein Glückfall für die Gemeinde gewesen, Hirte Berger als Seelsorger mit Herz, als Mediator, Moderator und Lehrer gehabt zu haben. Er dankte ihm und seiner Ehegattin für alle Liebe, alle Dienste. Er dankte ihm für alles, was er nicht gesagt habe in schwierigen Momenten, sondern vorbildlich mit dem Gemeindeteam zusammen ertragen haben. Der Apostel schloss mit dem Segenswunsch „Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und gebe dir Frieden“
An Priester Hupfeld gewandt bekräftigte er, dass zu den vorhandenen Gaben nun der Segen Gottes dazu komme. Ehrenamt sei ein geistliches Opfer und er danke ihm, dass er dieses mit seiner Familie gerne erbringe. Er wünschte ihm, dass die Gabe zur freudigen Predigt mit Herz von seinem Vorgänger auf die übergehe und er mit Freude und Dankbarkeit seine neue Aufgabe antreten könne. Mit Gebet und Segen erfolgte die Beauftragung zum Gemeindevorsteher.
Nach dem Schlusssegen sprach Pfarrer Peter Wolff von der evangelischen Kirche in S-Heslach noch ein Grußwort. Er sagte, 22 Jahre Ehrenamt bräuchten einen langen Atem, viel Treue, Hingabe und Gottvertrauen. Dafür zolle er große Anerkennung im Namen seiner Gemeinde und er gratuliere zur unmittelbaren Nachfolgeregelung. Er erwähnte den Wochenspruch „Was ihr einem meiner geringsten getan habt, das habt ihr mir getan“ und dankte für die Verbundenheit der Gemeinde mit dem Wichernhaus. Er wünschte, dass es in der Zukunft auch möglich sei, gemeinsam als Schwestern und Brüder die Liebe Gottes weiterzugeben.
Mit vielen Glück- und Segenswünschen wurden der alte und neue Vorsteher bedacht und bei einem Sektempfang fand dann noch ein reger Gedankenaustausch im Untergeschoss der Kirche statt. (MS)