05.08.2020 Am 4. August 1950, also vor siebzig Jahren gaben sich Anne und Herbert Hauschel das Ja-Wort. Kennen gelernt hatten sich die beiden in einer Stuttgarter Bäckerei, in welcher sie beide arbeiteten. Bald folgte die grüne Hochzeit, ein Sohn und eine Tochter wurden geboren. In den Folgejahren gab es gar manche berufliche Veränderung und 12 Umzüge – unter anderem ins Bayerische, dann wieder zurück ins Schwabenland. Und überall haben sie eine Segensspur hinterlassen. Dies bestätigte der Evangelist Thomas Dittus (Leiter des Kirchenbezirks) der sie bereits vor Jahren in der Gemeinde in Leonberg kennenlernte.
Im Jahr 2013 führte sie ein unvermeidbarer Wohnungswechsel nach Rutesheim, wo sie ebenfalls in kürzester Zeit ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Gemeindelebens wurden. Trotz ihres fortgeschrittenen Alters beteiligten sie sich aktiv an den Gemeindefesten, den Seniorennachmittagen und selbst beim Herstellen der Adventsmarktprodukte.
Zu Beginn des Festgottesdienstes erklang auf dem Klavier ihr Wunschlied „Mit dir, oh Herr, verbunden fühl ich mich nie allein“, das mit den Worten ausklingt „ Ob Freud, ob banges Zagen, du weißt um beides schon, und ich darf alles tragen, oh Herr, vor deinen Thron.“
Sehr passend hierzu lag diesem Mittwochabendgottesdienst das Predigtwort aus dem 118. Psalm, Vers 9, erster Teil, zugrunde: „ Es ist gut, auf den Herrn vertrauen“.
In einem Chorlied heißt es „Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen“. Evangelist Dittus stellte die Frage in den Raum „Warum heißt es werfen?“ und erläuterte, dass man zum Werfen Kraft brauche, und es wichtig sei zum richtigen Zeitpunkt loszulassen. Und diese Kraft sei das Gebet. Für Vertrauen und Zuversicht gäbe es im Portugiesischen nur ein Wort. Und diese Worte gehören auch eng zusammen, nämlich das Vertrauen in eine Sache und die Zuversicht, dass sie gelingt.
Das Bibelwort zum Segen und weitern Lebensweg hatte Apostel Jürgen Loy für die beiden ausgesucht: 1. Korinther 1 Vers 3 „Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“, denn das Wort zu einer Gnadenhochzeit, so der Apostel, solle auch den Begriff Gnade enthalten.
Leider waren Glückwünsche in dieser Zeit der Corona-Pandemie nur mit der erforderlichen Distanz möglich. Anstelle der gewohnten großen Festgemeinde bei solchen Anlässen waren außer einer dezimierten Schar aus der Gemeinde nur die Tochter und der Sohn des Jubelpaares zugegen. Viele hatten dem Gottesdienst per Telefon oder Zoom-Übertragung beigewohnt. Trotz all dieser ungewohnten Umstände war jedoch die Liebe Gottes und die herzliche zwischenmenschliche Verbundenheit mit diesen beiden ganz besonderen Menschen deutlich spürbar. (hg)