Musikalische Auszeit zum Kirchenjubiläum
Der erste Gottesdienst, mit welchem der Grundstein für die Neuapostolische Kirche in Rutesheim gelegt wurde, wurde am 2. Oktober 1932 - damals noch in einer Privatwohnung -durchgeführt. Heute, 90 Jahre später, durfte die Gemeinde ihr Jubiläum in ihrem 1999 eingeweihten Kirchengebäude in der Raiffeisenstraße begehen, dem die 1960 erbaute, zu klein gewordene Kirche weichen musste. Anfang 2011 wurde die fast zeitgleich gegründete Kirchengemeinde aus Perouse mit der Gemeinde Rutesheim zusammengeführt.
Zum Auftakt des Jubiläumswochenendes hatte die Kirchengemeinde am Samstagabend, dem
8. Oktober, zu einer „Musikalischen Auszeit“ mit Saxophon, Kontrabass und Klavier eingeladen. Obwohl die Saxophonistin und der Kontrabassspieler Corona bedingt kurzfristig ausfielen, gelang es Antje Servay aus der Gemeinde Rutesheim den Abend mit Klavier und Orgel sehr abwechslungsreich und stimmungsvoll zu gestalten. Eine gekonnte Mischung aus Altem und Modernem, mit Werken von Beethoven, Einaudi, Cohen und anderen begeisterte das Publikum. Bewusst hatte man auf ein gedrucktes Programm verzichtet, damit die Zuhörer sich einfach der Musik selbst hingeben konnten ohne durch das Lesen des Programms abgelenkt zu werden.
Kleine Lichter, ein herbstlicher Blumenschmuck, sowie die an die Wand hinter dem Altar projizierten Fotos verstärkten die beschauliche Atmosphäre. Evangelist Markus Pflüger, Gemeindevorsteher und stellvertretender Vorsteher des Kirchenbezirkes Stuttgart/Leonberg, hatte in seinen Begrüßungsworten darauf hingewiesen, dass diese Auszeit auch dazu dienen solle, dankbar zurück, aber auch freudig in die Zukunft zu schauen, und außerdem eine schöne Vorbereitung auf den Festgottesdienst am nächsten Morgen sei. Zwischen den Musikstücken trug Sabine Loibl zwei besinnliche Texte vor. Im ersten wurde der Wert der Gemeinschaft der Familie, der Kirche, des Dorfes oder der bürgerlichen Gemeinschaft, und ihre Verletzlichkeit in den Mittelpunkt gestellt. Der zweite Text berichtete von einer Begegnung zwischen einem Jäger und einem alten Mann, der gedankenverloren mit einem Vogel spielte. Als der Jäger dem Alten vorwarf, seine Zeit sinnlos zu vergeuden, fragte ihn dieser, warum er seinen Bogen nicht gespannt habe. Der Jäger antwortete ihm, dass der Bogen seine Spannkraft verlieren würde, wenn er immer gespannt wäre. So sei es auch mit dem Leben, entgegnete der alte Mann, die Phasen der Entspannung seien nötig, um dem Menschen die nötige Spannkraft zum Handeln und Wirken zu erhalten, wenn er dann wieder gefordert sei.
Mit ihrem Lieblingsstück „What a wonderfull World“ entließ Antje Servay ihr Publikum zu einem gemütlichen Stehempfang mit angeregten Gesprächen ins Foyer. Zuvor jedoch wurde ausgiebig applaudiert. Evangelist Pflüger dankte ihr für ihr eindrucksvolles Wirken und überreichte ihr einen bunten Blumenstrauß. Auch nutzte er diese Gelegenheit, der anwesenden Bürgermeisterin Susanne Widmaier für ihr Hiersein und die Zuwendung der Stadt Rutesheim herzlich zu danken. hg