Auch wenn der Volkstrauertag kein kirchlicher Feiertag ist, ging Apostel Jürgen Loy am Sonntag, den 19.11.2023 auf diesen ein: Krieg, Terror, aber auch Krankheiten und andere persönliche Sorgen können äußerst belastend und beängstigend sein. Doch der Apostel ermutigte die Gemeinden Stuttgart-Süd, Stuttgart-Heslach, Leonberg, Höfingen und Rutesheim
mit dem Bibelwort: „Aus Zion bricht an der schöne Glanz Gottes. Unser Gott kommt und schweiget nicht….Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden, denn Gott selbst ist Richter“ (vgl. Psalm 50, 2-6). Er zeigte, dass Gott redet seitdem am Anfang der Schöpfung das Wort war. Wie Gott Adam und Eva gerufen habe, so frage er heute den Menschen nach seiner Gottesbeziehung. Apostel Loy verwies auf Matthäus 25, wo die Werke der Barmherzigkeit gezeigt werden und Jesus erläutert, wie seine Gerechtigkeit den Menschen in die Verantwortung nimmt.
Der Kinderchor sang, bevor Hirte Manfred Guggolz sich ein letztes Mal an die Gemeinde wandte. Er dankte Gott, der Gemeinde und seinen Nachfolgern und erwähnte, dass in einem Arbeitszeugnis das stetige Bemühen eher nach Misserfolg klinge, bei Gott jedoch jedes Bemühen gesehen und gesegnet werde. Er wünschte der Gemeinde Aufbruchstimmung, die viel Neues zum Vorschein bringe und endete mit einem Pilgerspruch „Ultreia et suseia“ („Es geht weiter, und es geht aufwärts.“).
Der neue Vorsteher, Priester Michael Maurer bezeichnete in seinem Predigtbeitrag die Zusage „Gott kommt und schweigt nicht“ als Kern des Glaubens und ermutigende Zusage und beleuchtete, dass es dann für den Menschen gut sei zu schweigen um zuzuhören.
Nach der Abendmahlsfeier wurden der bisherige Vorsteher und drei Priester in den Ruhestand versetzt. Rudi Aulbach wurde für 29-jährige Tätigkeit, anschauliche Wortverkündigung, respektvollen Umgang in der Seelsorge und viele Jahre Sonntagsschullehrertätigkeit gedankt. Helmut Dasch würdigte der Apostel für 34 Jahre verständnisvolle Seelsorgertätigkeit in Stuttgart-Süd mit offenem Haus und Herz für Jugend und langjährige Verantwortung als Konfirmandenlehrer. Joachim Niebel erhielt den Dank für 46 Jahre im Ehrenamt als Dirigent und begeisternder Organist, der als promovierter Musiker der Gemeinde seine Gaben stets Gott zur Ehre zur Verfügung stellte und sich oft in der Stille um Alleinstehende und Kranke kümmerte.
Seit 2016 leitete Manfred Guggolz die Gemeinde in Stuttgart-Süd. Insgesamt diente er 47 Jahre im Ehrenamt, zuvor in den Gemeinden Höfingen und Rutesheim als Gemeindevorsteher. Apostel Loy lobte sein praxisnahes Dienen mit praktischen Beispielen. Mit trockenem Humor, realistisch, nüchtern und immer für die Sache eintretend habe er seine Aufgaben gemeistert. Allen Ruheständlern wünschte der Apostel eine Welle der Dankbarkeit aus der Gemeinde für ihr Wirken.
Als neuer Vorsteher wurde Priester Michael Maurer mit Gebet und Segnung beauftragt. Die Priester Markus Müller und Manuel Waiblinger ernannte der Apostel als Vorstehervertreter für die Gemeinde Stuttgart-Süd. Apostel Loy dankte den Brüdern für ihr Ja zur Übernahme der Verantwortung und sagte: „Geben, nehmen, predigen und schweigen hat seine Zeit. Es ist ein Aufbruch für die Gemeinde, und der Glaube soll nicht verwaltet, sondern weitergetragen werden“.
Ein ökumenischer Pilgerchor und „Stugapella“ erfreuten zum Abschluss mit einem Ständchen.
Neben den oben schon genannten Ensembles gestalteten Gemeindechor, Orchester und Organist den Gottesdienst musikalisch. Viele GottesdienstteilnehmerInnen überbrachten anschließend Dank und gute Wünsche an die langjährigen und neuen Seelsorger. (CT/MS) Fotos: HF