(24.01.2024) Als das „Trio von Rutesheim“ bezeichnete Apostel Jürgen Loy die drei Amtsträger, die nach dem heutigen Gottesdienst vor ihn getreten waren. Gemeint waren Diakon Dieter Weiß, der heute nach vielen Jahren Amtstätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde, Evangelist Markus Pflüger, der von seiner Aufgabe als Gemeindevorsteher, die er sieben Jahre ausübte, entlastet wurde, um sich seiner Aufgabe als stellvertretender Bezirksvorsteher noch intensiver widmen zu können, und Priester Andreas Schmauderer, der mit Gebet und Segnung als neuer Gemeindevorsteher von Rutesheim beauftragt wurde.
Apostel Loy legte dem Gottesdienst das Bibelwort aus Apostelgeschichte 3 Vers 6 zugrunde: „Petrus aber sprach: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!“
Nachdem der Chor das Stück „Alles in Liebe“ (Text und Musik von Hans-Joachim Eißler und Gottfried Heinzmann) vorgetragen hatte, beteuerte der Apostel, dass dies ein wunderbares Lied sei, das die Herzen berührt habe und gleichzeitig manche Aufgabe stellen würde. Wir kämen aus Situationen heraus, die mitunter nicht so liebevoll waren. Doch auch da gälte die Aufforderung von Paulus, dass alles, was wir tun, in der Liebe Gottes geschehen solle.
Das obige Bibelwort beziehe sich auf eine Situation, in welcher Petrus und Johannes auf ihrem Weg in den Tempel an einem Gelähmten vorbeikamen, der um Almosen bettelte. Geld konnten sie ihm keines geben, jedoch Beachtung als Mensch und schließlich gar Heilung schenken. Auch wenn Letzteres nicht so einfach möglich sei, stelle sich doch immer wieder die Frage: Wie gehe ich mit einer solchen Situation um? Wie gehe ich mit Menschen um, die offensichtlich meine Hilfe brauchen? Was kann ich dazu beitragen zumindest die innere Wunde dieser Menschen zu heilen? Dass im Namen Jesu Christi alles geheilt werden könne, sei das wahre Aufstehen, das wahre Heilen.
Wir Menschen, so der Apostel, neigten dazu, immer zu beschreiben, was wir nicht haben - keine Zeit, kein Geld -. Jedoch sollten wir nicht beim Nichthaben stehen bleiben, sondern den Reichtum sehen, den wir im Namen Jesu Christi hätten. Dazu gehörten unter anderem auch den Begegnungsreichtum, Frieden, Segen, die Gemeinde und Familie, schließlich auch das Heilige Abendmahl und der Besitz des Heiligen Geistes. Gekrönt werde der Reichtum durch die Tatsache, dass Gott jeden Einzelnen sieht.
In seinem Mitwirken berichtete Priester Schmauderer wie oft er seit seiner Beauftragung als Stellvertreter des Vorstehers vor einem Jahr spüren durfte, wie ihn Gott und Jesus an die Hand genommen hätten und ihn in verschiedensten Situationen oft auf berührende Weise erkennen ließen, dass sie bei ihm sind. Er wünsche jedem, zu erkennen, welches Potential im Glauben stecke, welches es nun zu heben gälte. Sein Programm für seine neue Aufgabe hätten ihm die Sänger mit ihrem Eingangslied ins Herz gelegt: Lass alles was du tust in der Liebe geschehen.
Im Dienen des Apostels und des Priesters habe ihm der liebe Gott einen Spiegel vorgehalten, äußerte Evangelist Pflüger anschließend. Gott habe ihm gezeigt, wo und wie er ihn haben wolle. Warum falle es wohl so leicht, in der Königstraße an einem um Almosen Bittenden einfach vorbeizugehen, aber direkt beim Kirchgang nicht mehr? Die Devise solle immer sein, in Jesu Namen etwas tun, als Christ zu handeln. Auch solle das persönliche Gebet keine Klageleier sein. Beten wirke, wenn wir es im Bewusstsein täten, dass wir mit Gott sprechen. Dann ließe Gott uns ruhig werden und würde unsere Probleme ins rechte Licht rücken.
Nach dem Gottesdienst überbrachte der 1. Beigeordnete Martin Killinger, auch im Namen der Bürgermeisterin Susanne Widmaier, des Gemeinderats und der Stadtverwaltung Grußworte der Stadt Rutesheim. Er bedankte sich bei dem bisherigen Gemeindevorsteher Evangelist Markus Pflüger für seinen Einsatz, seine Gaben und die immer vertrauensvolle und angenehme Zusammenarbeit und wünschte ihm für die neuen Aufgaben alles erdenklich Gute, das Glück des Tüchtigen und Gottes reichen Segen. Priester Andreas Schmauderer begrüßte er als neuen Vorsteher der neuapostolischen Kirchengemeinde in Rutesheim und hieß ihn in der Stadt und Gemeinschaft herzlich willkommen. Er verwies auf den gemeinsamen Auftrag, für die Stadt und ihre Menschen ganz im Sinne des bekannten Bibelwortes von Jeremia 29, Vers 7 „Suchet der Stadt Bestes“ zu wirken. Er wünschte ihm für sein neues Amt vor allem Gesundheit, Kraft, viel Freude und Segen bei seiner segensreichen Arbeit in und außerhalb der Kirche.
Frau Claudia Vogelmann, Pastoralreferentin der Katholischen Kirche, hatte leider auf dem Weg einen Unfall und ließ deshalb der Gemeinde herzliche Grüße übermitteln. (hg)