Trotz regnerischen Herbstwetters war die Johanneskirche in Rutesheim gut gefüllt, als der ökumenische Projektchor zu seinem ersten Konzert unter dem Titel „Musikalische Farben“ einlud. Die Besucherinnen und Besucher erlebten einen abwechslungsreichen Abend, an dem geistliche Chormusik aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen ihre Farbenpracht entfaltete. Unter der Leitung von Antje Servay und Lioba Köck entstand ein vielfältiges musikalisches Gesamtbild, das durch Orgel- und Klavierbeiträge ergänzt wurde.
Mit „Meine Seele ist stille zu Gott“ von Johannes Brahms begann das Konzert in besinnlicher Atmosphäre. Weitere geistliche Chorwerke spannten einen Bogen von Dank und Lobpreis. Andreas Schmauderer von der Neuapostolischen Kirche Rutesheim stellte in seinen Begrüssungsworten das Wort „auf-hören“ in den Mittelpunkt und lud ein über verschiedene Bedeutungsmöglichkeiten nachzudenken. Im weiteren Programmverlauf wurde ein Textimpuls durch Angelika Rühle von der Evangelischen Kirche Rutesheim gesetzt. Sie griff das Bild des Regenbogens auf: Wie Farben im Zusammenspiel ihre Schönheit entfalten, so verbinden sich auch unterschiedliche Stimmen und Klänge zu einem gemeinsamen Ganzen. Damit wurde der Leitgedanke des Konzerts auch über die Musik hinaus deutlich: Menschen verschiedener Konfessionen gestalten gemeinsam etwas Verbindendes, etwas Farbenprächtiges. Auch die neueren Chorwerke in zweiten Teil zeigten die stilistische Bandbreite des Chores. So kamen z.b. mit dem Gospel „Majesty“ oder John Rutters „Look at the World“ nochmals unterschiedliche musikalische Farben zum Ausdruck. Mit einem „Abendlied“ fand das reguläre Konzertprogramm seinen Abschluss.
Ein besonderer Höhepunkt folgte mit der Zugabe: Beim „Halleluja“ von Georg Friedrich Händel waren auch die Besucherinnen und Besucher eingeladen, ihre Stimmen einzubringen. So wurde aus dem Konzert zum Abschluss ein gemeinsames musikalisches Erlebnis, das den ökumenischen Gedanken auch hier zum Ausdruck brachte. Wer die Kirchenmusik unterstützen wollte, konnte dies mit einer Spende tun. Dabei kam eine großzügige Summe zusammen, die unter den vier Kirchengemeinden aufgeteilt wird und dazu beträgt, die wertvolle kirchenmusikalische Arbeit auch in Zukunft zu fördern.
Das Konzert zeigte eindrücklich: Wie beim Regenbogen liegt auch in der Musik eine besondere Schönheit in der Vielfalt - und in dem, was gemeinsam daraus entsteht.
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