(04.10.2020) Ob es das in der fast hundertjährigen Geschichte der Kirchengemeinde schon einmal gegeben hat? Man müsste die Kirchenbücher befragen… Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie wurde das Fest der Konfirmation vom traditionellen Frühjahrstermin auf den Erntedanktag verlegt. Der Freude der vier Konfirmandinnen und Konfirmanden jedenfalls tat dies keinen Abbruch!
Gemeindevorsteher Evangelist Harald Schwarz spannte den Bogen zwischen den beiden Festen: Ernte, derer wir am der Erntedanktag gedenken, ist immer ein Ergebnis von Aussaat. Und die Tatsache, dass heute vier junge, sehr unterschiedliche Persönlichkeiten Konfirmation feiern, ist ebenfalls ein Ergebnis von Aussaat – vornehmlich der Eltern, aber auch von Lehrerinnen und Lehrer in der Schule, von Unterrichten in der Kirche sowie von Freunden, Bekannten und Verwandten.
Dem Konfirmationsgottesdienst legte Harald Schwarz ein Bibelwort aus Hebräer 8, 10 zugrunde: „Denn das ist der Bund, den ich schließen will mit dem Haus Israel nach diesen Tagen, spricht der Herr: Ich will meine Gesetze in ihren Sinn geben, und in ihr Herz will ich sie schreiben und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ Das Wort beschreibt die Qualität des neuen Bundes, der im Opfer Jesu Christi begründet ist. Gehorsam Gott gegenüber und Nachfolge Jesu sind keine Beschränkungen der Freiheit, sondern Gewissheit der Gegenwart Gottes.
Der Konfirmandenlehrer, Priester Patrick Löffler, ergänzte in seinem Predigtbeitrag die Aussage des Bibelwortes um zwei weitere zentrale Botschaften des Hebräerbriefs: zusammen zu halten und Gutes zu tun.
Zur Einleitung der Konfirmationshandlung erklang auf der Orgel zu vier Händen der von Felix Mendelssohn-Bartholdy vertonte Psalm „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir.“ Der Konfirmand des nächsten Jahres verlas den Konfirmandenbrief von Stammapostel Jean-Luc Schneider. Nachdem die vier Konfirmandinnen und Konfirmanden ihr Konfirmationsgelübde gesprochen hatten, spendete Evangelist Schwarz den Segen zur Konfirmation, Er beglückwünschte sie zu Ihrem Festtag und gab ihnen noch die Zusage mit, dass bei aller Verantwortung, die sie nun übernommen hätten, Gott sie dabei nie alleine lassen wird.
Mit dem von Orgel und Cello vorgetragenen Lied „Du hast ein Gelübde getan“ (Siegfried Karnick) zogen die Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Kirche aus um – in der gebotenen Distanz – im Foyer die Glückwünsche der Gemeinde entgegenzunehmen. (KS)
Fotos: J-US, FW