Der Besuch von Apostel Jürgen Loy am Mittwoch, 14. März 2021 wurde in mehrerlei Hinsicht mit viel Vorfreude erwartet. Denn sein letzter Besuch datierte vom Oktober 2020, die Geschwister der Gemeinde Höfingen waren eingeladen und für die Gemeinde Leonberg sollte ein Diakon ordiniert werden. Aufgrund der Corona-Situation war es nicht allen Gemeindemitgliedern möglich am Präsenz-Gottesdienst teilzunehmen. So wurde das Angebot den Gottesdienst per Livestream oder per Telefon zu erleben vielfach dankend angenommen.
Die Grundlage der Predigt des Apostels war das Wort aus Johannes 10, Verse 7 und 8:
„Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht.“
Er eröffnete seine Predigt mit dem Gedanken an den Jünger Thomas.
Die Jünger berichteten Thomas von einer Begegnung mit Jesus nach dessen Auferstehung „… wir haben den Herrn gesehen!“ (Johannes 20, 25). Wie mag dieser Satz und die Erkenntnis der verpassten Begegnung auf Thomas gewirkt haben, bei der er nicht anwesend war?
Seine Reaktion ist bekannt „Es sei denn, dass ich in seinen Händen sehe die Nägelmale und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, will ich's nicht glauben“ (Johannes 20,25). Sie brachte ihm den Beinamen „der ungläubige Thomas“ ein.
Einige Tage später kehrte Jesus durch die verschlossene Tür wieder bei seinen Jüngern ein und begrüsste sei mit den Worten „Friede sei mit euch!“ (Johannes 20,26).
Er forderte Thomas auf ihn berühren, um den Beweis seiner Existenz zu erhalten. Thomas hatte Jesus aber ohne die Berührung erkannt, was in den Worten „Mein Herr und mein Gott!“ zum Ausdruck kommt (Johannes 20,28).
Apostel Loy fasste das biblische Ereignis in den Gedanken, dass Jesus Thomas wegen seines Unglaubens nicht abgelehnt hat, sondern ihm die Gelegenheit gab, wieder zu ihm zurückzukehren.
Das gilt in gleicher Weise auch für die gläubigen Menschen in der heutigen Zeit.
Apostel Loy ging auf das Textwort ein und beschrieb das Bild eines Hirten und seiner Herde.
Es ist das ernsthafte Bestreben eines Hirten seine Herde zu bewahren, sie zu versorgen und sich um jedes Schaf zu kümmern. Wenn Gefahren drohen verteidigt er seine Herde. Die Herde wiederum kennt den Hirten und sie vertraut ihm und seiner Führung.
Er zog auch den Vergleich zu Mietlingen, die zwar für Ihre Tätigkeit bezahlt, aber kein ernstes Interesse am Wohlergehen der Herde haben. In Gefahrensituationen ist sie sich selbst überlassen.
Diebe und Räuber behaupten Gottes Willen in rechter Weise zu verkündigen, aber ihre Stimme verrät ihren Charakter was die Herde erkennt und ihnen deshalb nicht folgt.
Das Textwort ist Teil der „Ich-bin-Worte“. Hier wird Jesus als Tür zum Leben charakterisiert. Er selbst sagt von sich: „…niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Johannes 14, 6).
Für gläubige Menschen bedeutet dies, dass immer zu Jesus kommen dürfen, damit er sie von ihren Sünden erlöst und seinen Frieden gibt. Er bereitet sein Wort, das wahre Speise und Stärkung ist.
Der gläubige Mensch wird in der Aufnahme seines Wortes „volle Genüge“ also einen Überfluss erleben. Bei Jesus ist alles zu finden, was wir für unser geistliches Leben heute und morgen brauchen.
Nach einem Predigtbeitrag des Bezirksvorsteher Thomas Dittus feierte die anwesende Gemeinde das Heilige Abendmahl.
Dann war der Augenblick gekommen. Apostel Loy bat den aus Vietnam stammenden Glaubensbruder Binh Nguyen vor den Altar. In seiner persönlichen Ansprache dankte er ihm für seine Bereitschaft als Diakon in der Gemeinde seelsorgerisch aktiv zu sein. Nach der offen gestellten Frage, ob er dies sein Wille sei und dem klaren und kräftigen „Ja“, ordinierte ihn Apostel Loy mit dem Segen Gottes zum Diakon.
Der Gottesdienst wurde mit Gebet und Schlusssegen beendet.
(Text und Bilder JJ)